Zwischen 1 und 2

•9. November 2012 • Kommentar verfassen

„Zwischen den Zeilen sind Blätter.“ Jemand sagte diesen Satz mitten im Gedränge, mitten zwischen den Leuten, worauf Ruhe eintrat und alles erstarrte. Ich blickte ihm dabei ins Gesicht und verstand, er meinte es ernst. Er schaute aus dem Fenster und deutet auf eine Handvoll Pappeln. Dann ließ er seine Hand sinken und entfernte sich. Die Maschinerie lief indess wieder an, ich sah nur noch seinen Rücken, er war dünn und groß und schien Fragen mit sich zu führen.

Als ich den Mann aus den Augen verlor, wusste ich, dass ich ihn wiederfinden musste und dass es egal war, ob er dann überhaupt noch vollständig war; es würde vollkommen genügen, eine seiner Federn in den Händen zu halten. Ich könnte hinzufügen, welche Musik ich dabei hörte, aber was spielt das für eine Rolle? Ich mag keine Namen, sie machen alles nur vorhersehbar, wo es doch aus sich sprechen könnte, so wie die Blätter, wenn sie gelb und rot werden.

Anfang

•28. Oktober 2012 • Kommentar verfassen

Ich bewege mich jenseits der Handlung, jenseits roter Fäden und den damit verbundenen Verbindlichkeiten.

Wenn ich „Ich“ sage, dann nur, weil es ohne Subjekt nicht gehen wird; alles Weitere ergibt sich vielleicht irgendwann, oder auch nicht.

„Zwischen den Zeilen“? Dahinter steckt nichts anderes als Sehnsucht nicht etwa nach großen Worten und Antworten, sondern nach den kurzen Momenten in denen man meint etwas im Hintergrund, im Zwischenraum aufblitzen zu sehen.

„Etwas“ – das ist es wohl: In diesem kleinen Partikel steckt was ich meine – jenes Fehlen der Worte, jenes Staunen von dem man nicht weiß, woher es kommt und wohin es führen wird.